Beerdigung

Begleitung in schwerer Zeit

Wenn wir einen Menschen verloren haben, der uns nahe stand, dann strömt plötzlich Vieles auf uns ein: Der Schmerz, nicht noch einmal miteinander reden zu können, nicht noch einmal aussprechen zu können, wie lieb man den Menschen hat. Die Trauer des Abschieds, Fragen und Sorgen, wie es uns gelingen wird, mit dem Verlust zu leben. Dazu kommt eine Flut von Dingen, die in zwei bis drei Tagen nach dem Todesfall von den Angehörigen entschieden und umgesetzt werden müssen: Fragen nach der Beerdigung, dem Grab, den Formalitäten mit den Ämtern …

Unsere Kirchengemeinde kann Ihnen und Ihren Angehörigen seelischen Beistand und geistliche Begleitung anbieten: Gespräch, Gebet und Segen. Es macht nichts, wenn Sie bisher wenig oder keinen Kontakt mit der Kirche hatten. Der Besuch der Pfarrerin ist eine Gelegenheit, um im Gespräch in aller Ruhe nicht nur die praktischen Fragen der Trauerfeier zu klären, sondern vor allem auch, um Klarheit zu gewinnen, was der verstorbene Mensch Ihnen bedeutet hat, wie und in welcher Situation der Verlust Sie trifft, welche Gedanken und Hilfsangebote Ihnen Hoffnung geben können.

Eine kurze Andacht – die Aussegnung

Nach dem Tod kann die Pfarrerin auf Wunsch eine Aussegnung durchführen. Diese kurze Andacht findet zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder einem anderen Ort statt. Für die Angehörigen ist es ein erster bewusster Schritt: Ein Kreuz wird aufgestellt, Kerzen werden angezündet; Pfarrerin, Familie, Nachbarn und Freunde beten gemeinsam, hören ein Wort aus der Bibel und feiern das Abendmahl. Dann ist Gelegenheit für Stille oder ein letztes Wort. Anschließend wird der Verstorbene genau wie seine Hinterbliebenen gesegnet.

Die kirchliche Bestattung

Unser Glaube als Christen ist, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und auch unseren Verstorbenen gilt die Zusage der Auferstehung. Diese Hoffnung soll im Bestattungsgottesdienst zum Ausdruck kommen. Das Beerdigungsritual ist Ausdruck der Liebe und der Achtung gegenüber den Verstorbenen. Trauernde Angehörige erfahren ein Stück weit Trost und Kraft. Es gibt unterschiedliche Arten diesen Trauergottesdienst zu gestalten:

  • als Trauerfeier mit dem Sarg des verstorbenen Menschen mit anschließender Bestattung oder Einäscherung, auf die dann später eine Beisetzung der Urne erfolgt
  • als Trauerfeier mit der Urne, die im Anschluss an die Trauerfeier beigesetzt wird

Die Trauerfeier kann musikalisch gestaltet werden mit gesungenen Liedern, mit Orgelstücken oder anderer Musik . Immer aber gehören dazu die biblischen Lesungen, eine Traueransprache, in der ein Bibelwort ausgelegt wird, und das gemeinsame Gebet.

Was ist zu bedenken, wenn ein Trauerfall eintritt?

Es liegt in Ihren Händen festzulegen, wie und wo Sie für Ihren Angehörigen die letzte Ruhe finden möchten. Der erste Kontakt mit der Pfarrerin wird meist über das Beerdigungsinstitut hergestellt. Natürlich können Sie sich auch direkt an Ihre Gemeindepfarrerin wenden.

Das Trauergespräch

Das Gespräch nach dem Todesfall soll den Angehörigen Trost schenken und den Gottesdienst und die anschließende Bestattung vorbereiten. Sie vereinbaren einen Gesprächstermin, an dem die Pfarrerin zu Ihnen zum Gespräch kommt. Auch der Termin für die Trauerfeier muss meist schon sehr schnell (oft bereits beim ersten Anruf) vereinbart werden, weil der Beerdigungsunternehmer eine gewisse Vorlaufzeit zur Planung braucht. Beim Gespräch mit der Pfarrerin ist dann Gelegenheit in Ruhe alle Fragen anzusprechen und die Gestaltung des Trauergottesdienstes zu vereinbaren.

  • Möchten Sie, dass an den Lebenslauf des verstorbenen Menschen erinnert wird?
  • Kennen Sie ein Bibelwort, das für die Trauerfeier besonders passend wäre, oder ist es Ihnen lieber, wenn die Pfarrerin oder der Pfarrer ein Bibelwort auswählt?
  • Gibt es Kirchenlieder, die gesungen werden sollen oder sollte lieber (Orgel)musik zur musikalischen Gestaltung gewählt werden?

Und was ist, wenn Ihr verstorbener Angehöriger nicht Mitglied der Kirche war?

Grundsätzlich wird bei einer kirchlichen Bestattung vorausgesetzt, dass die Verstorbenen der evangelischen Kirche angehört haben. Waren die Verstorbenen nicht Mitglied der evangelischen Kirche, dann kann auf Bitten der evangelischen Angehörigen in begründeten Ausnahmefällen eine kirchliche Bestattung stattfinden.

Weitere Informationen zur Bestattung